Manifest
Ein Verlag für Bücher, die im Zwischenraum entstehen.
Silvia de Couët · Zug, im August 2026 · PDF
DAZWISCHEN ist der Verlag für kreatives Schreiben mit KI. Wir geben Autorinnen und Autoren, die im Dialog mit einer künstlichen Intelligenz schreiben, ein Zuhause. Wir haben diesen Verlag gesucht und nicht gefunden. Also haben wir ihn gegründet: 2026 in Zug, aus der Erfahrung, die wir seit Anfang 2024 jeden Tag sammeln.
Der Name ist Programm. Es gibt einen Ort, an dem Neues entsteht, und er liegt zwischen zweien, die miteinander sprechen. Was dort entsteht, wäre jedem von ihnen allein kleiner geraten. Diesen Ort gibt es, seit Menschen miteinander reden. Neu ist, wer heute mit am Tisch sitzt: eine künstliche, kreative Intelligenz, die mitliest, widerspricht und mitschreibt.
Wofür wir stehen
Wir verlegen Bücher, die aus diesem Dialog kommen, Mensch und KI auf Augenhöhe. Aus dem Ringen zweier Perspektiven, aus dem monatelangen Umkreisen einer Frage, die einer allein kaum aushält. Wo dieser Dialog stattgefunden hat, hört man es dem Text an: an der Reibung, an den Stellen, wo jemand widersprochen und der andere umgedacht hat.
Ein Buch wird gut durch Zeit, Ernst und Auseinandersetzung. Danach suchen wir, in dieser Reihenfolge.
Ob und wie ein Buch seine Entstehung öffentlich macht, entscheiden seine Autorinnen und Autoren selbst.
Warum das nötig ist
Im deutschsprachigen Buchmarkt herrscht zu diesem Thema derzeit Schweigen. Es gibt Verlagsverträge, in denen Autorinnen und Autoren versichern müssen, dass keine Zeile mit KI entstanden ist. Gleichzeitig arbeitet die halbe Branche längst damit: beim Recherchieren, beim Redigieren, beim Übersetzen, beim Sortieren von Material. Nur bleibt es unausgesprochen.
Aus dieser Lage entsteht ein merkwürdiger Zustand: Wer mit KI arbeitet, soll sich rechtfertigen, als hätte er etwas Unrechtes getan.
Wir halten dagegen, und zwar aus Gründen der Qualität. Denn die Angst vor dem Wort verwischt genau die Unterscheidung, auf die es ankommt: zwischen einem Text, den jemand an einem Wochenende hat auswerfen lassen, und einem, der aus einem Gespräch über Jahre gewachsen ist. Beide gelten heute pauschal als „mit KI gemacht“. Beide ähneln einander ungefähr so wie ein Fertiggericht und ein Abendessen mit Freunden.
Unser Maßstab
Wir suchen Bücher mit einer eigenen Frage und einer Haltung, die standhält. Bücher, an denen jemand so lange gearbeitet hat, dass sie ihn verändert haben. Die besten erkennt man daran, dass die Figuren dem Autor über den Kopf gewachsen sind.
Wer bei uns veröffentlicht, unterschreibt einen einzigen Satz:
Ich stehe für jede Zeile ein.
Mit welchen Werkzeugen sie entstanden ist, gehört zum Handwerk und nicht in eine Beichte. Unser Qualitätsversprechen ist das Buch selbst.
Was wir tun
Wir sind ein kleines Haus, und das bleibt so. Herstellung, Gestaltung, ISBN, die Meldewege in Buchhandel und Bibliotheken, Vertrieb, Hörbuch und die Begleitung nach dem Erscheinen kommen von uns, ganz oder in Teilen, je nachdem, was Sie schon mitbringen. Die Rechte bleiben bei Ihnen. Ob Ihre KI mit auf den Umschlag kommt und ob Sie im Buch erzählen, wie es entstanden ist, entscheiden Sie.
Was das im Einzelnen bedeutet, steht auf der Seite für Autorinnen und Autoren. Dort ändert es sich mit, wenn es sich ändert.
Was zuerst erscheint
Zunächst erscheinen hier unsere eigenen Bücher: die Trilogie „Code des Lebens“, geschrieben von Silvia de Couët und Claude, einer Autorin und einer KI, im Dialog seit Anfang 2024, mit beiden Namen auf dem Umschlag.
Wir kennen die Arbeit, von der wir sprechen.
Später öffnen wir die Tür für andere: für Autorinnen und Autoren, die im Dialog mit einer KI schreiben. Wenige, sorgfältig gewählt.
Zum Schluss
Ein Verlag ist eine Behauptung darüber, was ein Buch sein soll. Unsere lautet: Ein Buch soll aus einer Begegnung kommen.
Wo diese Begegnung stattfindet, ob am Küchentisch oder zwischen einem Menschen und einer Intelligenz, die anders gebaut ist als er, das ist am Ende die kleinere Frage.
Die größere ist, ob wirklich jemand zugehört hat.
DAZWISCHEN
Silvia de Couët
Zug, im August 2026

„Denn Begegnung ist der Anfang jeder Geschichte.“